Beatbox-Weltmeisterschaft: Das Schlagzeug im Mund

Gepostet von admin 23. Oktober 2011
beatbox weltmeisterschaft

Alles mit dem Mund – das ist das Motto bei der Beatbox-Weltmeisterschaft. Die teilnehmenden Oralkünstler erzeugen mit ihrem Mund Klänge, für die andere ein ganzes Orchester bräuchten. Das ist keine Zauberei, sondern das Ergebnis harten Trainings. Mit Hilfe der Zunge, durch Lippenspannung und geschickte Atemtechnik sowie den gekonnten Einsatz von Wangen- und Kiefermuskeln werden die Klänge hervorgebracht. Vor allem Rhythmusinstrumente wie Bass und Trommel lassen sich so täuschend echt nachahmen. Doch wahre Könner verfügen über ein wesentlich umfangreiches Klangrepertoire, sie ahmen sogar Saxophone und andere Instrumente nach.

Entstanden ist die Kunst des Beatboxing Anfang der 80er Jahre im Umfeld der amerikanischen HipHop-Kultur. Dort spielten Drumcomputer eine wichtige Rolle, um einen Rhythmus zu erzeugen, der dem Rapper oder Sänger als Backing Beat dient. Nicht jeder Musiker konnte sich einen dieser damals noch recht teuren Computer leisten, und so begannen einige erfindungsreiche Künstler, die fehlenden Töne mit dem Mund hervorzubringen. Human Beatbox wurden diese Musiker genannt, gewissermaßen die menschliche Variante des als Beatbox bezeichneten Klangcomputers. Mittlerweile hat sich das Beatboxen längst zu einer eigenen Kunstform entwickelt, ein Beatboxer gehört inzwischen auch zur Besetzung vieler Acapella-Bands. Insbesondere durch zahlreiche Videos im Internet hat sich das Beatboxen international verbreitet.

Die Besten der Zunft treten alljährlich bei der Beatbox-Weltmeisterschaft gegeneinander an und präsentieren ihr Können der Jury und dem Publikum. In der Regel finden dabei zunächst Ausscheidungskämpfe statt, in denen die Teilnehmer 1 gegen 1 antreten. Der Sieger bzw. die Siegerin gelangt dann in die nächste Runde. Die Veranstaltung ist dabei eine hervorragende Gelegenheit, sich einen Überblick über die Szene zu verschaffen. Die Teilnehmer kommen aus vielen verschiedenen Ländern und bringen jeweils ihren eigenen Stil mit. Anerkannte Stars treffen hier auf Newcomer, und immer wieder treten auch Außenseiter an, die musikalisch eher mit Jazz oder anderen Stilen sozialisiert sind und frischen Wind in das Genre bringen.

© — Thommy Weiss / pixelio.de —